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(TTV RE-BAU Gönnern) |
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Champions League: Gönnern entthront Charleroi
"Unglaublich!" – Kaum ein Wort fiel am Sonntagabend in der Dillenburger Nassau-Oranien-Halle häufiger als dieser Ausruf des Staunens: Der TTV RE-BAU Gönnern hat das – unglaubliche – Kunststück fertig gebracht, nach einer 1:3-Hinspielniederlage den zuletzt viermal in Folge siegreichen Titelverteidiger Royal Villette Charleroi aus Belgien doch noch zu entthronen. Die Hessen gewannen das Final-Rückspiel vor der Vereins-Rekordkulisse von 2000 Zuschauern mit 3:1 und sicherten sich dank des besseren Satzverhältnisses aus beiden Partien erstmals die europäische Tischtennis-Vereinskrone.
"Unglaublich" fand auch Timo Boll das Ereignis, das für ihn trotz seiner schon zahlreichen persönlichen internationalen Erfolge "auf jeden Fall etwas ganz Besonderes" gewesen ist. Mit seinem 3:0-Sieg zum Auftakt über Alexei Smirnov hatte Deutschlands bester Tischtennisspieler zur Aufholjagd geblasen und die Geschichte vom "Angstgegner" aus Russland endgültig beendet. "Er ist jetzt mein Lieblingsspieler", scherzte Boll nach seiner starken Vorstellung. Diese inspirierte wohl auch Slobodan Grujic zu seiner bislang vielleicht besten Leistung im TTV-Trikot. "Diesmal möchte ich nicht nur ein bis zwei Sätze, diesmal will ich ihn schlagen", hatte "Bobo" zu seinen Teamkollegen vor dem Duell mit Europameister Vladimir Samsonov gesagt – und der Serbe spielte wie entfesselt auf. "Unglaublich!" – so der Kommentar seines Trainers Helmut Hampl zum Auftritt von Grujic, der den Weißrussen glatt in drei Sätzen aus der Box fegte und damit für das von den Fans frenetisch gefeierte 2:0 sorgte. Und nicht nur das: Mit 6:0 lag Gönnern auch satztechnisch bestens in der Spur. Allzu gerne hätte nach der Pause Jörg Roßkopf gegen Jean-Michel Saive den Triumph für den TTV RE-BAU Gönnern perfekt gemacht – und es fehlte nicht viel: In einer hochklassigen und abwechslungsreichen Partie zwang der deutsche Rekordnationalspieler den Vizeeuropameister aus Belgien in die Verlängerung des Entscheidungssatz und gab sich erst nach mehreren abgewehrten Matchbällen mit 12:14 geschlagen. So musste das Spitzeneinzel zwischen Timo Boll und Vladimir Samsonov entscheiden. "Timo hatte zuletzt eine positive Bilanz gegen Vladi, weshalb wir uns schon Hoffnungen gemacht hatten", sagte TTV-Manager Torsten Märte – und Gönnerns Nummer 1 enttäuschte seine Anhänger nicht: Mit einer Klasseleistung und am Ende starken Nerven brachte Boll seinem Gegenüber die zweite Niederlage des Tages bei – das war Samsonov in dieser Saison noch nie passiert – und danach gab’s in der Nassau-Oranien-Halle für die Zuschauer, Spieler und Verantwortlichen kein Halten mehr. "Hut ab vor dieser Mannschaft. So konzentriert und diszipliniert wie sie unter der Woche trainiert hat, so hat sie sich auch heute gespielt", jubelte Helmut Hampl über den größten Erfolg der Vereinsgeschichte, und Torsten Märte schwärmte: "Lauter Rekorde! 2000 Zuschauer, Grujic gewinnt zum ersten Mal gegen Samsonov, in unserem ersten Champions-League-Finale gleich der erste Triumph – unglaublich!"
Ergebnisse: Gönnern- Charleroi 3:1: Timo Boll – Alexei Smirnov 12:10, 16:14, 11:2; Slobodan Grujic – Vladimir Samsonov 11:8, 11:5, 11:7; Jörg Roßkopf – Jean-Michel Saive 4:11, 11:9, 7:11, 11:7, 12:14; Boll – Samsonov 11:8, 8:11, 11:4, 12:10.
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Original-Pressemitteilung
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Artikel
vom 06.06.2005, 12:09 Uhr
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