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Tischtennis:
(TTV RE-BAU Gönnern)

Champions League, 1. Finale: Gönnern hofft auf Ende von Bolls Smirnov-Komplex

Royal Vilette Charlerois fünften Triumph nacheinander in der europäischen Königsklasse zu verhindern, hatte man eigentlich nur Niederösterreich zugetraut, das sich mit Olympiasieger Ryu Seung Min noch mal erheblich verstärkt hatte. Doch der Widersacher der Belgier in den Endspielen ist überraschend der TTV Re-Bau Gönnern, der sich in der Rolle des chancenreichen Außenseiters sieht. Europameister Vladimir Samsonov, EM-Finalist Jean-Michel Saive und Europe Top 12-Sieger Alexei Smirnov, im Endspiel übrigens Sieger über Samsonov – der Titelverteidiger hat gleich drei Spieler aus den Top 20 der Welt in seinen Reihen, die in diesem Jahr die Titel bei den wichtigsten Turnieren auf dem Kontinent unter sich ausgemacht haben. Zudem verfügt Charleroi in dem französischen Weltranglisten-40. Patrick Chila über die stärkste Nummer vier aller Teams. „Alles andere als eine Niederlage wäre wirklich eine große Überraschung“, sagt Rekordnationalspieler Jörg Roßkopf vor dem ersten Finale am Freitagabend im „Spiridoume“ von Charleroi, der nach dem alle anderen Mannschaften vor Neid erblassenden Minus-Rekord von 2000 Zuschauern im Halbfinal- Rückspiel gegen Zagreb mit rund 6500 Fans wieder einmal prall gefüllt sein dürfte. Roßkopf: „Wir haben nur eine Minimalchance, wollen uns aber mit einem guten Ergebnis alle Chancen für das Rückspiel offen halten und die Endspiele gegen Charleroi knapper gestalten als die letzten Spiele.“ Die letzten Vergleiche stammen aus der laufenden Saison, denn Gönnern und Charleroi standen sich bereits in der Vorrunde gegenüber. 6:1 lautet die Gesamtbilanz zu Gunsten der Belgier, die Hessen konnten den haushohen Favoriten nur im Hinspiel vor eigener Kulisse etwas in Bedrängnis bringen, als Slobodan Grujic gegen Alexei Smirnov knapp in fünf Sätzen verlor und Timo Boll Vladimir Samsonov die einzige Saisonniederlage beibrachte. Im Rückspiel gab es ein glattes 0:3, weil Boll einmal mehr seinem Angstgegner Smirnov gratulieren musste. „Alles wird von Timo Boll abhängen“, meint denn auch Gönnerns Manager Torsten Märte. „Wenn es ihm endlich gelingt, seinen Smirnov-Komplex abzulegen, kann er beide Einzel gewinnen. Gegen Saive und sogar gegen Samsonov hat er sicher leichteres Spiel. Sein Match gegen Smirnov besitzt Entscheidungscharakter, es kann zum Schlüssel unseres Erfolges werden.“ Von den letzten fünf Begegnungen hat der Deutsche aber nur eine gewonnen. Märte: „Doch hoffen darf man immer.“ „Wir rechnen natürlich alle mit einem Heimsieg, wir haben ja schon die beiden Gruppenspiele eindeutig gewonnen“, nimmt Charlerois Manager Gerard Baude die Favoritenrolle an. „Ein Finale ist aber eine ganz andere Situation und immer sehr schwierig.“ Baude hofft, dass das Publikum, das seit Jahren für eine einzigartige Atmosphäre und einen Ohren betäubenden Lärm sorgt, für sein Team wieder einmal zum vierten Mann wird: „Die so verlässliche und großartige Unterstützung unserer Fans ist ein gewaltiger Antrieb für unsere Spieler.“

Die bisherigen Saisonduelle: Gönnern - Charleroi 1:3: Slobodan Grujic – Alexei Smirnov 8:11, 11:6, 5:11, 13:11, 6:11; Charleroi - Gönnern 3:0: Vladimir Samsonov - Jörg Roßkopf 11:9, 12:10, 11:5; Alexei Smirnov - Timo Boll 11:9, 11:9, 4:11, 5:11, 11:8; Jean-Michel Saive - Slobodan Grujic 11:7, 9:11, 11:8, 11:7. Champions League, 1. Finale: Fr. 27.05.20 Uhr Royal Vilette Charleroi – TTV Re-Bau Gönnern 2. Finale: So. 05.06. 19 Uhr: TTV Re-Bau Gönnern – Royal Vilette Charleroi Boll – Vladimir Samsonov 12:10, 11:4, 10:12, 11:8; Jörg Roßkopf – Jean-Michel Saive 9:11, 9:11, 6:11; Grujic - Samsonov 8:11, 7:11, 5:11.


Original-Pressemitteilung
Artikel vom 27.05.2005, 10:08 Uhr

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