Champions League: Gönnern rechnet sich noch Titelchancen aus
Als selbstbewusster Außenseiter geht Gönnern ins entscheidende zweite Finale der Champions
League. Die starke Leistung beim knappen 1:3 in Charleroi hat den Hessen Mut fürs Rückspiel
gemacht, in dem sie am Sonntagabend ihren Heimvorteil nutzen wollen.
Der TTV RE-Bau Gönnern hat den ersten Titel in der europäischen Königsklasse noch längst nicht
abgeschrieben. „Die Mannschaft ist so motiviert, von oben bis in die letzten Zehenspitzen“, erlebt
Trainer Helmut Hampl sein Trio in der Vorbereitung auf das zweite Finale sehr positiv. „Sie sind alle
dermaßen heiß auf diesen Titel und arbeiten im Training ausgesprochen diszipliniert.“ Das Hinspiel in
Charleroi hat für den Coach der Hessen gezeigt, dass die seit vier Jahren ungeschlagenen Belgier
durchaus zu bezwingen sind. „Der Gegner ist nicht übermächtig. Das ist ein ganz normaler Gegner wie alle anderen auch“, sieht Hampl nach dem engen Match beim Titelverteidiger keinen Grund in Ehrfurcht
zu erstarren. „Eigentlich hätten wir sie dort auch schon schlagen können.“
Am vergangenen Freitag hatte Gönnern eine 2:1-Führung nur knapp verpasst, als Jörg Roßkopf dem
EM-Zweiten Jean-Michel Saive im Entscheidungssatz unterlag. „Dieses Mal müssen wir in den ersten
drei Spielen zwei Siege erreichen“, kalkuliert der Trainer. „Wenn wir 3:1 gewinnen, haben wir eine
gute Chance den Titel zu holen, weil es von den Sätzen ganz gut aussieht.“ Mit 7:9 war das Satzverhältnis
aus Sicht der Hessen angesichts einer 1:3-Niederlage sehr günstig ausgefallen.
„Die Chance ist noch da. Ich würde mir zum Abschluss gerne den Champions League-Titel
wünschen“, sagt Timo Boll, der im Hinspiel zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder Angstgegner
Alexei Smirnov bezwingen konnte, im zweiten Einzel aber gegen Europameister Vladimir Samsonov
verlor. Hampl: „Timo hat gegen Smirnov endlich mal so variabel gespielt, wie ich mir das vorstelle.
Ich traue ihm zu, diesmal beide Spiele zu gewinnen.“
Auch für Jean Lafleur, Pressechef von Royal Villette Charleroi, ist der fünfte Titel in Folge in der
europäischen Königsklasse noch längst nicht unter Dach und Fach: „Noch gehört uns der Titel nicht.
In einem solchen Finale ist alles möglich.“
Das dritte Programm des Hessischen Rundfunks hat angekündigt, innerhalb der Sendung „Sportkalender“
(ab 21.55 Uhr) über das Spiel zu berichten.
Champions League, 2. Finale:
So. 05.06. 19 Uhr: TTV RE-Bau Gönnern – Royal Villette Charleroi
So verlief das Hinspiel:
Charleroi - Gönnern 3:1: Vladimir Samsonov - Slobodan Grujic 11:4, 7:11, 11:8, 13:11; Alexei
Smirnov - Timo Boll 7:11, 9:11, 6:11; Jean-Michel Saive - Jörg Roßkopf 11:7, 11:6, 5:11, 4:11, 11:6;
Samsonov - Boll 8:11, 11:8, 11:9, 11:9.